Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 3 – Irak – Kurdistan

Reise auf die Arabische Halbinsel 2025 – 2026 | Teil 3 – durch Irak von Norden nach Süden – Autonome Region Kurdistan

Von Zakho nach Lalish

Wir haben es geschafft. Nach zweieinhalb Stunden an der türkisch-irakischen Grenze dürfen wir nun einreisen. Irak, ein Land bei dem fast alle Deutschen hellhörig werden und Vergangenes nicht vergessen haben. Gemeint sind Kriege, Attentate, Diktatoren, Menschenrechtsverletzungen und alles Schlechte, was es sonst so auf der Welt gibt. Auch wir bereisen ein neues Land, denken eher an eine schnelle Durchreise mit kurzen Unterbrechungen. Aber wir sind nicht festgelegt, sind offen für alles Neue und die Neugierde treibt uns an.

Zakho liegt nur wenige Kilometer hinter der Grenze. Kaum angekommen, stecken wir nahezu ortsfest im Verkehrschaos. Nur im Schneckentempo quälen wir uns durch die Innenstadt, suchen verzweifelt nach einem Übernachtungsplatz. Im Augenwinkel entdeckt der Capitano einen Platz vor einem Privathaus. Das schlechte Gewissen plagt uns. Hier werden wir bestimmt vertrieben. Die Freude wird nicht von langer Dauer sein – so befürchten wir. Aber dabei denken wir an deutsche Gebote und Verbote. Ein älterer Herr füttert seine Hühner und zwei Deutsche fragen kleinlaut nach einer Erlaubnis, hier stehen zu dürfen. Ein raubärtiges Gesicht mit warmherzigen Augen schaut uns ungläubig an, fragt nach dem Woher und bietet uns dann auch noch einen Tee an. Daß wir die Nacht hier verbringen dürfen, wird zur Selbstverständlichkeit. Wir sind im Irak!

Eine nette Altstadt gepaart mit modernen Gebäuden lässt uns nach einer abendlichen Runde in einen Tiefschlaf sinken.

Und was machen wir morgen, so der Capitano. Lalish – so der Reisemanager Corinne. Eine heilige Stadt der Jesiden.  Nur begehbar mit Socken oder barfuss. Was sind das denn für neue Sitten? So ist nun mal der Brauch dieser Glaubensgemeinde. Nach kurzer Zeit werden wir in Deutsch von einer Familie angesprochen. Sie waren in der Vergangenheit geflüchtet nach Deutschland. Die Deutschen haben sie respektiert und gut behandelt. Entsprechend werden auch wir vorzüglich behandelt. Man erklärt uns Bräuche, das Leben und zeigt uns mystisch wirkende Räume, die in der Regel kein normaler Tourist betreten darf. Selbst bei dem „Oberheiligen“ werden wir freundlichst eingeladen zu einem gemütlichen Stelldichein. Wir wissen gar nicht warum. Die Gastfreundschaft nimmt ihren Lauf. Lalish – welch eine Begegnung. Sind es doch immer die Menschen, die uns so begeistern und die glücklichen Zufälle, die diese Art von Reisen so einzigartig machen.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Lalisch

https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/lebenszeichen/auf-wallfahrt-im-heiligen-tal-der-yeziden-100.html

 

Von Lalish über den Pass bei Dinarta nach Barzan

Barzan, so unser nächstes Ziel. Inmitten des wilden Kurdistan im Nordosten Iraks gelegen. „Durchs wilde Kurdistan“ so der Titel einer meiner Karl May Bücher aus jungen Jahren. Und nun sind wir hier und dürfen dies alles hautnah erleben. Eine Besuch der Gedenkstätte der Kurden stimmt uns nachdenklich und macht uns traurig zugleich. Hier wurden im letzten Jahrhundert mindestens 8.000 Menschen verschleppt, gefoltert und dann getötet. Warum? Es war wie so oft, eine andere Kultur mit ihrem eigenen Glauben und dieses doch so stolze Volk wollte man hörig machen. Wir erfahren viel über diese Menschen und haben tiefsten Respekt, wenn man sich mit der Vergangenheit und der Geschichte der Kurden insbesondere der Barzanis beschäftigt.

https://kurdische-gemeinde.de/in-gedenken-an-den-barzan-genozid/

https://kurdistanchronicle.com/babat/4066

https://www.kurdistan24.net/en/story/827360

 

Von Barzan nach Bekhal und Ravanduz und weiter nach Erbil

Wir verlassen Barzan und wollen zu einer Schlucht bei Ravanduz. Es folgen tolle Aussichten mit grandiosen Canyons. Auch sind dies die Ausflugziele von irakischen Touristen. Rummelplätze und Picknickplätze sind häufig zu sehen. Europäer zu treffen ist äußerst selten. Wenn, dann Weltreisende wie wir. Über 6.000 km liegen hinter uns und wir haben erst zwei deutsche Pärchen mit ihren Fahrzeugen getroffen. Zu groß sind die Ängste und Vorbehalte unserer Freunde und Bekannten in Deutschland, um dieses herrliche Land näher kennen zu lernen.

 

In Erbil 

Ein Schlechtwettergebiet ist angekündigt mit lang anhaltendem Regen. Daher beschließen wir, Erbil, die Hauptstadt von Irak-Kurdistan, zu besuchen. Daniel und Aline, die wir in Lalish kennen gelernt haben, sind bereits vor Ort und erwarten uns. Wäre da nicht bei meinem täglichen Kontrollgang aufgefallen, daß sich der Zusatztank, etwas gelockert hat. Wir steuern eine Iveco Werkstatt an, die auf dem Weg liegt. Ich bin kaum auf dem Hof, habe das Problem erklärt, liegt auch schon ein Mechaniker unter Karli und gibt sein Bestes. Nach einer halben Stunde Arbeit will ich die Rechnung bezahlen. Fehlanzeige, macht 0,0 €. Wir können es fast nicht glauben. Nicht einmal unsere Schokolade aus Deutschland wollen sie annehmen! Wir wissen gar nicht wie uns geschieht und verlassen fast beschämt das Gelände.

Erbil, der zentrale Mittelpunkt Kurdistans. Hier treffen sich Menschen aus allen Ländern der Welt. Kultur wird groß geschrieben. Wir haben das Glück, dass wir Kanaan kennen lernen, den früheren Honorar-Konsul von Irak-Kurdistan in Deutschland. Kanaan spricht perfekt deutsch und lässt uns seine großzügige Gastfreundschaft zukommen. Mehrere Tage verbringen wir zu fünft mit Besichtigungen, Essen gehen, und lassen uns alles genau erklären. Die Stadt wurde weitestgehend von Kriegen verschont und hat eine intakte Altstadt. Die Neustadt selbst ist mindestens gleich zu stellen mit Großstädten in Deutschland. Hier leben Menschen verschiedenster Hautfarben, Sprachen und Kulturen friedlich nebeneinander. Wenn es doch nur überall auf der Welt so wäre!

Der lang anhaltende Regen hat den Saharastaub aus der Atmosphäre gefiltert und Karli entsprechend eingesaut. Der Capitano will etwas Gutes tun und ordnet eine Wäsche an. Kaum angekommen, fallen mindestens sechs Leute, bewaffnet mit Putzlappen, Hochdruckstrahler, Wasserschlauch über Karli her. Der Capitano versucht verzweifelt Instruktionen zu geben, um Schlimmeres zu vermeiden. Zu spät. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Ich soll den Waschplatz verlassen. Aber – alles ist tot. Nicht eine Lampe leuchtet beim Versuch Karli zu starten. Um uns herum wird es verdächtig still. Ein deutschsprechender Iraker kommt zu Hilfe. Er tippt entgegen meiner Meinung auf eine leere Batterie. Ich selbst denke eher an einen Kurzschluss. Aber nichts geht mehr und der Capitano bekommt eine schweinisch rosarote Farbe ins Gesicht. Es wird versucht mit Starterkabel zu überbrücken. Nichts geht. Dann lässt man einen LKW kommen, überbrückt. Nichts geht. Dann tauscht man die Batterie gegen eine neue. Nichts geht. Erst jetzt glaubt man, dass es doch nicht die Batterie ist. Andere schalten sich mit ein. Es wird bereits ein Tieflader bestellt, der Karli zu einer Werkstatt bringen soll. Die nächsten Tage scheinen ungewiss. Und morgen ist natürlich Freitag, da geht hier gar nichts. Das ist der christliche Sonntag. Nach vier Stunden vegeblicher Versuche Karli zu starten, kommt noch ein letzter Mechaniker mit einem unseriös aussehendem PKW, der mehr stottert, als daß er fährt. Der Mechaniker fängt an zu messen, schraubt wild drauf los und nach einer Stunde zeigt er auf eine der Sicherungen der Starterbatterie. Diese habe ich glücklicherweise bei meinen Ersatzteilen. Wir tauschen – und welches Glück – Karli springt wieder an. Ein Stein fällt uns vom Herzen. Der Capitano und der „kleine wilde Mechaniker“ schließen eine Freundschaft fürs Leben. Die Reise kann weiter gehen!

 

Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 2 – Türkei

Reise auf die Arabische Halbinsel 2025 – 2026 | Teil 2 – durch die Türkei von West nach Ost

Von der Grenze bis zum Phrygischen Tal

Wir nähern uns Canakkale. Eine Wasserstraße, die Europa von Asien trennt. Hier treffen unterschiedliche Welten aufeinander, auch wenn es zunächst nicht offensichtlich ist. Wir sind auf der Fähre, schauen uns gegenseitig an. Voraus liegt Asien, im Rücken Europa. Ein eigenartiges Gefühl. Noch liegen 5.500 km vor uns.

Am Abend esssen wir in der erstbesten Kneipe. Die Müdigkeit des anstrengenden Tages dominiert und wir bestellen das, was die Bedienung uns empfiehlt. Das Ergebnis: ein gutes Essen, aber 60 € müssen wir zahlen. Eindeutig zu viel für ein schwäbisches Pärchen! Das kommt davon, wenn der Capitano sich zu sehr auf die Bedienung anstatt auf das Essen konzentriert!

Das phrygische Tal zieht uns an. Keinerlei Tourismus und vergleichbar mit „Klein Kappadokien“. Von einem türkischen Paar werden wir zum Tee trinken eingeladen. Für uns noch ganz ungewohnt. Aber  stimmt, wir sind ja in Vorderasien. Die türkische islamische Gastfreundschaft holt uns ein.

 

In Konya

Und immer wieder höre ich dieses vibrierende Geräusch bei Karli. Der Haltewinkel vom DPF ist zwischenzeitlich ganz gerissen und lässt mich nicht mehr ganz so gut schlafen. Daher wollen wir schnellstens nach Konya in die Werkstatt. Osman ist bekannt für seine Hilfsbereitschaft und organisiert jemanden, der uns dieses Teil schweisst. Dann noch die Räder diagonal wechseln und unsere „to do Liste“ ist vorerst abgearbeitet. So ist das, wenn man die große, weite Welt kennen lernen will. Ein Auf und Ab.

Der für uns unbekannte und angenehme Teil sind der Besuch der „Derwische“ im Kulturzentrum von Konya. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das schon und hat mit europäischem Tanzstil aber rein gar nichts zu tun.

 

Von Konya vorbei am Taurus-Gebirge bis Gaziantep

Zu gerne würden wir das Taurus Gebirge näher kennen lernen. Dazu gibt es eine tolle Piste, vergleichbar mit einer Mondlandschaft, die wir gerne fahren wollen. Angekommen in Pozanti, einer Ortschaft am Fuße des Taurus, werden wir von Einheimischen zum Tee eingeladen. Von einer Querung des Passes raten sie eindringlich ab. Die starken Regenfälle der letzten Tage haben das Taurus Gebirge unpassierbar gemacht. In 3.000m sind über ein Meter Schnee gefallen.

Wir finden uns damit ab und fahren weiter nach Gaziantep. Unterwegs werden wir überholt von einem PKW mit Warnblinkanlage. Dieser fährt rechts an den Fahrbahnrand und bittet uns anzuhalten. Zwei fragende Gesichter schauen sich an. In Deutschland ist es meistens die Polizei, die mich anhält. Ein junger Türke steigt aus, heißt uns ganz aufgeregt willkommen und lädt uns zu Essen und Tee ein. Die Polizei in Deutschland hat das noch nie bei mir getan. Es fällt uns schwer dieser Einladung zu widerstehen, aber wir müssen ihm absagen, da es bereits zu dämmern anfängt. Unbeschreiblich, diese Gastfreundschaft! Südostanatolien lässt grüssen.

Angekommen in Gaziantep besuchen wir den Basar. Die Musik, die Düfte und die vollkommen anderen Menschen erinnern uns an 1001 Nacht. Auch die Essenskultur ist eine völlig andere. Aus dunklem Körnerbrot wird Fladenbrot und aus dem geliebten Zwiebelrostbraten wird Lahmacun und Kebab. Der vordere Orient zeigt uns sein Gesicht.

 

Über Sanliurfa nach Mardin und weiter zur Ibrahim Khalil-Grenze nach Irak

Weitere Städte wie Sanliurfa und Mardin liegen auf dem Weg zur irakischen Grenze. Diese Städte sind beliebte Ausflugziele für einheimische Touristen. Europäer sieht man hier selten. Wir werden oft angesprochen, wo wir her kommen und was wir hier tun. Einladungen fast jeden Tag sind hier nicht unüblich, obwohl wir doch für die Einheimischen Fremde sind. In Deutschland  – unvorstellbar. Orientalische Altstädte mit ihren Basaren und hochmoderne Neustadtviertel, die an die westliche Welt erinnern, bilden ein Kontrastprogramm. In Mardin fahren wir zum ersten Mal auf unserer Reise einen kleinen Campinplatz an, da freies Stehen hier nahezu unmöglich ist. Wäsche wird gewaschen, Karli im Innenraum gesaugt, Einkäufe erledigt. Die Alltagsroutine nimmt ihren Lauf und wir sind bereit für den Irak!

 

Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 1 – von Deutschland bis nach Griechenland

Reise auf die Arabische Halbinsel 2025 – 2026 | Teil 1 – Start in Deutschland

Kirchheim unter Teck – Reutlingen – Münsingen – Ziertheim-Dattenhausen

Es kann los gehen, wenn???  Oder es kommt meistens anders, als man denkt…

Nun ist es soweit: Unser Ziel – arabische Halbinsel, Saudi Arabien, VAE, Katar, Oman, Jordanien. Wochenlange Vorbereitungen liegen hinter uns. Die e-Visas beantragt. Vor uns liegen ca. 7.000 km.

Jetzt noch schnell Wasser tanken, Lebensmittelvorräte auffüllen, vor allem die Ritter Sport. Noch ein letzter Blick in all unsere Checklisten und dann könnte es auch schon los gehen, wäre mir nicht in letzter Sekunde aufgefallen, dass die PV-Anlage nicht die volle Leistung bringt. Bestimmt nur stark verschmutzt. Also noch kurz das Dach abspritzen, bevor es auf die Autobahn geht.

Und als ich mit dem Dampfstrahler auf dem Dach stehe, sehe ich an einem Diodenblock eines PV-Moduls eine rostfarbige Masse austreten. Schau mir das etwas genauer an und bemerke, daß es um diese Stelle herum kochend heiß ist. Na das fängt ja gut an.

Wir beschließen, nicht nach Saudi Arabien, sondern lediglich nach Reutlingen zu fahren. Ist nicht ganz so weit wie geplant. Dort werden die PV-Module hergestellt. Feuchtigkeit hat den Anschlussblock zum Kochen gebracht und ein Modul hat sich verabschiedet. Nach mehreren Diskussionen und Abwägungen wollen wir die Reise schnellstens beginnen, auch ohne Modul. Wird schon gut gehen. Der Weg von Reutlingen nach Asien führt uns an unserem Flugplätzle in Münsingen vorbei. Es folgen noch ein Stopp in Ulm und ein weiterer Stopp bei Harry Batari, unserem Fahrzeugbauer. Er überbrückt das stillgelegte Modul, damit nichts passieren kann und am nächsten Tag soll es weiter gehen. Eigentlich wollten wir schon weiter sein aber:

Die Reise hat begonnen!

 

Über Österreich nach Norditalien

Ein Unglück kommt selten allein:

Wir wollen Petra und Rainer in Norditalien besuchen. Sesto al Rhegena liegt auf unserem Weg. Wir freuen uns, doch bei der Einfahrt zu deren Villa befindet sich ein Tor. Rainer weist mich ein, gibt vor weiter zu fahren und dann ist es auch schon passiert. Ein krachendes Geräusch, ich zucke zusammen und sehe, dass in der Seitenwand des Aufbaus ein faustgroßes Loch ist. Ärgerlich, am liebsten würde ich wieder nach Hause fahren. Unsere Pechsträhne muss doch mal ein Ende haben!

Wir trösten uns, dass es noch Schlimmeres geben kann und verbringen mit unseren Freunden noch eine schöne Zeit.

 

Von Sesto al Rhegena über Slowenien nach Kroatien – Montenegro – Albanien – Nordmazedonien – Griechenland

Unsere Reise führt uns weiter über Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Albanien immer an der Küste lang. So allmählich stellt sich Routine ein. Die Handgriffe und täglichen Abläufe werden zur Routine. Trotz allem müssen wir uns wieder an die beengten Verhältnisse und die Zweisamkeit gewöhnen. Entschädigt werden wir durch faszinierende Landschaftsbilder, und super schöne Stellplätze. Campingplätze fahren wir nur in Ausnahmesituationen an. Weil wir vielleicht Wäsche waschen wollen, oder am Fahrzeug tätig werden müssen. Das Zigeunerleben schleicht sich ein.

Auf dem Weg in den Süden fahren wir unter anderem durch Podgorica in Montenegro. Und wir wollten nur durchfahren. Daraus wird nichts. An jeder zweiten Kreuzung werden wir von der Polizei auf andere Strassen verwiesen, die wir nun gar nicht vor hatten zu befahren. Nach einer Stunde Irrfahrt und zwei entnervten deutschen Touristen suchen wir uns wieder einen Friedhof. Keine Sorge nur für eine Nacht.

Aber in dem ganzen Verkehrschaos hört der Capitano ein ungewöhnliches Geräusch am Fahrzeug, wenn auch nur ganz leise…  Fortsetzung folgt!!!!

 

Von Griechenland bis zur Grenze Türkei

Was war das nochmal für ein Geräusch. Wir suchen uns abends einen guten Stellplatz und ich untersuche den Unterboden am Fahrzeug. Ein Stahlwinkel, der den Dieselpartikelfilter an seiner Position hält ist angerissen. Wir beschliessen, es zu ignorieren und erst in Konya in der Türkei schweissen zu lassen. Dort kennen wir eine gute Werkstatt. Allerdings sind es noch 1.500 km bis dort hin. Wir hoffen, dass es nicht noch schlimmer kommt und versuchen unsere Reise zu genießen.

Reisende suchen sich und finden sich. Als Corinne wie jeden Abend ihren Whats App Status schreibt, melden sich Bekannte und erklären, dass zwei weitere Overlander sich in unmittelbarer Nähe befinden und wir gerne Kontakt mit ihnen aufnehmen können. Es sind Ingrid und Wolfgang mit ihrem Hund Spezi. Ebenfalls mit einem Iveco Daily unterwegs. Wir treffen uns. Es wird eine interessante, wenn auch kurze Zeit mit den beiden. Unsere Zweisamkeit wurde auf angenehme Art und Weise unterbrochen. Spontane Entschlüsse und Flexibilität sind das „Salz in der Suppe“ bei solchen Reisen.

Am Abend finden wir wieder eine wahnsinnig schönen Stellplatz. ganz in der Nähe der Stadt „Drama“. Eine Abkürzung in die fast unberührte Natur lädt zur Pistenfahrt ein. Doch wie so oft läuft es anders als erwartet. Mindestens zehnmal muss ich mir mit der Astschere den Weg freischneiden, um ein Durchkommen zu ermöglichen. Auf dieses Drama als Nebenrolle hätte ich verzichten können. Dafür war die Natur unbeschreiblich schön und abends sind wir nach diesen Anstrengungen entsprechend müde.

 

Marokko 2025 | Teil 5 – Von Meknes zur Fähre nach Tanger Med und Rückreise nach Hause

Reise nach Marokko 2025 | Teil 5  – Unterwegs im Norden Marokkos und Heimfahrt

Meknes – Tetouan – Tanger Med – Barcelona – Genua – Chur – Kirchheim unter Teck

Februar/März 2025:

Die Fähre nach Europa ruft. Doch die Einklarierung, Kontrollen und alles weitere haben mit Entspannung wenig zu tun. Überall könnten sich Flüchtlinge auf dem Weg in das „gepriesene Europa“ versteckt haben. Dabei haben wir sogar noch Glück. Wir versuchen seriös und unschuldig zu wirken und werden häufig durchgewunken. Ein kleiner Trost.

 

von Tanger Med über Barcelona und Genua wieder nach Hause und FAZIT:

FAZIT:

Gesundheitlich bedingt, fiel dieses Mal unsere Winterreise etwas kürzer aus als sonst. Gelohnt hat es sich allemal.

Die marokkanische Gastfreundschaft war wieder unschlagbar gut. Daß wir zweimal von Kindern mit Steinen beworfen wurden, darf nicht verschwiegen werden. Je weiter wir uns in das südliche Marokko begeben haben, desto mehr hat es uns gefallen. Vor allem in den abgelegenen Gegenden kommt die Ursprünglichkeit und die Gastfreundschaft besonders zur Geltung. In den Touristengegenden ähnelt die Infrastruktur bereits der von Europa. In der Wüste und den Gebirgen fanden wir es am schönsten. Wir hatten niemals das Gefühl, bedroht gewesen zu sein oder gefährlich zu leben. Etwas Vorsicht ist in den größeren Städten geboten. Hier lassen wir unser Fahrzeug selten allein, oder suchen bewachte Parkplätze zum Übernachten auf. Der Lebensunterhalt ist maximal halb so teuer wie in Deutschland. Wir lieben Marokko und hätten gerne noch mehr Zeit dort verbracht.

Afrika muss man mögen. Je mehr wir uns auf diese Abenteuer in einem fernen Kontinent eingelassen haben, umso mehr hat es uns gefallen.

Corinne und Jürgen

 

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