Derek und Alison

Alison und Derek aus Genf in der französischen Schweiz, unterwegs mit ihrem Pickup auf der Arabischen Halbinsel. Kennengelernt haben wir uns im Dezember 2025 in Nadjaf, Irak und wieder getroffen im Februar 2026 bei Mughsail an der Küste im Süden von Oman.

Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 11 – Oman – Von der Grenze zu Jemen zurück nach Norden und Heimflug nach Deutschland

Reise auf die Arabische Halbinsel 2026 | Teil 11 – Oman – von der jemenitischen Grenze zurück nach Norden bis Muscat

Von der Grenze zu Jemen zurück über Salalah zur Oase Ain Athum und weiter zur Oase Ain Tabrok, zum Tayq Sinkhole und dem Jabel Samhan bis nach Duqm zum Campingplatz

 

Wir entscheiden uns wieder die Küstenstraße nach Norden zu fahren, entgegen der ursprünglichen Absicht, weiter westlich die Straße durch die Wüste zu nehmen. Die Wadis und Oasen begeistern uns immer wieder.

So auch die Oase Ain Athum, aber nur zunächst:

Ein „Lost Place“. Nur wenige Touristen verirren sich dahin. Bis auf einen.

Nach einer erholsamen Nacht wundern wir uns über einen Geländewagen mit einem etwas älteren Herrn, der neben uns parkt. Voller Interesse inspiziert dieser unser Fahrzeug und ist total begeistert. 100.000 Dollar, 500.000 und zu guter Letzt 1 Million will er uns zahlen. Meint der das ernst, oder ist der von allen guten Geistern verlassen? Corinne will er auch noch – für eine Kamelherde! Ja ist der denn ganz verrückt geworden. Mich will er nicht haben – ich komme ins Nachdenken.

Irgendwie ist mir das alles suspekt. Der Omani verschwindet hinter seinem Wagen. Während ich ihn beobachte, schicke ich Corinne schon mal in den LKW. Der Omani erscheint mit einem Gewehr, mir rutscht das Herz fast in die Hose. Ich gehe entschlossen auf ihn zu und zu allem bereit, Gefahr abzuwenden. Er dagegen setzt sich auf den Boden, zielt und schießt einen Vogel vom Baum. Wir halten dagegen, schimpfen und fordern ihn auf zu gehen. Er steht auf und fährt davon. Nochmal gut gegangen.

Wir fahren auch weiter mit Ziel Jabel Samhan, ein Bergrücken mit fantastischen Aussichten. Dort erholen wir uns erst mal von dem Erlebten. Wir lesen von einem Campingplatz bei Duqm. Eine günstige Gelegenheit wieder alles auf Vordermann zu bringen. Als wir am nächsten Tag losfahren, ist es der 28. Februar. Amerika hat den Iran angegriffen. Der Krieg hat begonnen.

 

Weiterfahrt zum Oman Across Ages Museum bei Nizwa und nach Nizwa zum Ziegenmarkt

Viele unserer Reisebekanntschaften verlassen Hals über Kopf die Golfstaaten. Wir dagegen besprechen uns mit Freunden und beratschlagen, was die beste Option ist. Bis zur irakischen Grenze sind es mindestens 10 – 14 Tage Fahrzeit. Und ob diese dann so ohne weiteres passiert werden kann, ist fraglich. Daher beschließen wir, an unserem ursprünglichen Plan, die Halbinsel in zwei Winterhalbjahren zu bereisen, festzuhalten. Eigentlich wollten wir unseren Karli in Dubai abstellen. Dort sagen wir aufgrund der aktuellen Situation ab und finden über die Sommermonate eine neue Unterstellmöglichkeit in der Nähe von Muscat.

Doch zuvor besuchen wir den Ziegenmarkt in Nizwa, in der Hoffnung, daß nicht wieder jemand Corinne gegen eine Kamelherde eintauschen will. Nizwa ist eine Stadt am Rande des Hajar-Gebirges mit touristischem Einschlag. Wir verbringen dort mehrere Tage und genießen das bunte Treiben.

 

Von Nizwa ins Hajar-Gebirge zum Jabel Shams und weiter zum Al Alamin-Plateau beim Jabel Hatt. Dann runter nach Barka zu Mohammed von Van Life zum Unterstellplatz Karli. Heimflug am 13. März von Muscat nach Stuttgart

Unsere Reise nähert sich dem Ende. Noch einmal zieht es uns in das Hajar-Gebirge zum höchsten Berg des Omans, dem Jabel Shams. Wir genießen die Aussichten und vor allem die angenehmen Temperaturen in den Bergen. Zwischenzeitlich sind 38 Grad im Oman keine Seltenheit. Doch es ruft die Arbeit. Karli muss sommerfest gemacht werden.  Also fahren wir zu Mohammed nach Barka. Wir dürfen vor seiner Firma parken und alles vorbereiten für unsere Heimreise. Der Abschied von Karli fällt uns schwer. War er doch unser Zuhause für die letzten Monate und hat uns immer treu und zuverlässig an unsere Ziele gebracht. Und natürlich freuen wir uns auf zu Hause. Viel Platz, deutsches Essen und unsere Freunde und Bekannte. Wir fliegen mit gemischten Gefühlen in unsere Heimat und sind gespannt, was die Zukunft bringen wird…

 

Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 10 – Oman – Von Salalah bis zur jemenitischen Grenze

Reise auf die Arabische Halbinsel 2026 | Teil 10 – Oman – von Salalah die Küste weiter nach Süden bis zur jemenitischen Grenze

Vom Wadi Darbat nach Salalah zum Coconut Beach und weiter zum Geisterschiff „Yernas“

Salalah – die südlichste Stadt des Omans. Viele Tage waren wir alleine, mit uns und der Natur. Daher ist uns die südlichste Stadt des Omans – Salalah – sehr willkommen. Coconut Beach hört sich an wie eine Trauminsel im Pazifik. Nicht ganz, denn es ist ein Stellplatz und Treffpunkt von Overlandern unter Palmen. Wir treffen viele Europäer, vor allem Deutsche und Schweizer mit ähnlichen Interessen. Tut auch mal gut, wieder unter Landsleuten zu sein und in unserer Muttersprache sich zu unterhalten. Die Vorräte werden aufgestockt, Wasser aufgefüllt und Karli bekommt einen Ölwechsel. Nach wenigen Tagen zieht es uns wieder in einsamere Gegenden. So an die Küste zu einem Schiffswrack namens „Yernas„. Ein Frachter, der 2018 an der Küste vor Salalah geankert hatte. Der Zyklon „Mekunu“ war die Ursache für das Unglück. Die Ankerkette brach und der Frachter ging auf Drift. Die Klippen versperrten den Weg, die Mannschaft wurde zuvor abgeborgen. Und hier liegt nun das Wrack bis zum heutigen Tag.

 

Weiterfahrt zum Fizayah BeachThe Hidden Beach – Pistenabfahrt nach Rakhyut und weiter nach Dalkut. Dann zur Grenze Oman / Jemen

Jemen, ein lohnenswertes Land? Zu gerne würden wir unsere Reise durch dieses Land fortsetzen. Wir befragen die Einheimischen. Die nächsten zweihundert Kilometer sind kein Problem. Dann müsst ihr etwas aufpassen. Die „Huthis“ leben im Südwesten und sind westlichen Staaten nicht immer friedfertig gesonnen. Nein danke – der Familienrat entscheidet sich dagegen.

Stattdessen besuchen wir einsame Traumstrände, befahren abgelegene Pisten und sind mutterseelenallein mit uns und der Natur. Manche Strände sind nur zu Fuß erreichbar und mit geländegängigen Fahrzeugen. Hoffentlich bleibt das auch so in der Zukunft, ist unser Gedanke. Wir verbringen einige Tage in unvergessener Idylle, bevor wir vom südlichsten Punkt unserer Reise wieder nach Norden fahren.

 

Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 9 – Oman – An der Küste entlang nach Süden

Reise auf die Arabische Halbinsel 2026 | Teil 9 – Oman – Fahrt nach Süden

Vom Wadi Tiwi nach Sur und weiter zum Ras al Khabbah und zum Fischerhafen Shannah

Von Nord nach Süd wollen wir die Küstenstraße bis an die Grenze zum Yemen fahren. Dann wieder zurück durch die Wüste in das südliche Hajar Gebirge. So der Plan. Dabei sprechen wir von ca. 2.000 km, die zu fahren sind.

Oman selbst entspricht von der Grundfläche etwa knapp der von Deutschland. Ca. 5,6 Millionen Einwohner stehen 82,5 Millionen Deutschen gegenüber. Die größten Städte sind Muscat im Norden mit über 1,5 Millionen Einwohnern und und Salalah im Süden mit circa 350.000. Dementsprechend sieht man in manchen Teilabschnitten oft nur 1 – 2 Autos am Tag. Dabei ist der Oman nach Yemen das „zweitärmste“ Land unter den Golfstaaten. Öl und Gas ist zwar eine der Haupteinnahmequellen, spielt aber im Vergleich zu den anderen Staaten eine untergeordnete Rolle. Trotzdem geht es den Omanis sehr gut. Landwirtschaft und Fischerei beschäftigen etwas ein Viertel der Bevölkerung. Tourismus spielt eine wesentliche Rolle und gerade für Europäer ist der Oman ein lohnenswertes Urlaubsziel. Getreide, Obst und Fleisch werden in großen Mengen importiert.

Oft sitzen die Omanis in Gruppen zusammen, trinken gerne Tee und diskutieren um die Wette. Dabei sind Männer und Frauen nahezu immer getrennt. Daß eine Familie mindestens 3 – 5 Kinder hat ist vollkommen normal. Kinderlose Ehepaare haben wir nicht kennen gelernt.

Wir fahren entlang der Küste. Halten uns einige Tage in den Städten auf und führen ein angenehmes Leben.

Zwischenstationen sind die Stadt Sur, in der die Fischerboote aus Holz in hochwertiger Bauweise hergestellt werden. In Shannah beobachten wir das Treiben der Fischer. Auch kommt die hier zwei Klassen Gesellschaft zum teiseagen. Während die Fischer hauptsächlich aus Bengalesen, Pakistanis und Indern bestehen, sind die Omanis die Eigentümer und Chefs dieser Einkommensquelle.

Weiterfahrt zu den Sugar Dunes und zum Ras Madrakah und zum Miji Beach (Treffen mit Theresa, Patrick, Rahel und Luca)

Wir wollen zu den Sugar Dunes. Eine kleine Wüste, die ihren Namen zu recht verdient. Als ob der liebe Gott weißen Zucker ausgeschüttet hätte in diesem Teil der arabischen Welt. Durch den Wind werden die Sanddünen organisiert und reihen sich in Reih und Glied. Und natürlich müssen wir vorher wieder Luft von den Reifen ablassen. Ohne diesen Vorgang wäre die Gefahr groß, daß wir doch mal stecken bleiben. Doch wir schaffen es glücklicherweise ohne daß wir unsere unsere Sandbleche brauchen. Bei deutlich über 30 Grad eine kräftezehrende Aktion.

Dann melden sich Theresa und Patrick, die wir im Irak kennen gelernt haben. Ein Treffen an einem der vielen menschenleeren Strände. Spontanität wird groß geschrieben. Es erwartet uns ein lustiger Abend mit zwei weiteren Reisenden aus der Schweiz, Rahel und Luca. Und so ist kein Tag wie der andere.

Aber wir beobachten die politischen Ereignisse. Amerikanische Flugzeugträger verlegen ihren Standort in Richtung persicher Golf. Ein leichtes Unbehagen kommt in uns auf.

 

Zum Wadi Shuwaimiyyah und weiter zum Baobab-Wald, dem Sinkhole Tawi Atair und zum Wadi Darbat

Von Tag zu Tag wird es wärmer. Wir suchen den Schatten, wann immer es geht. Die Vegetation wird weniger, die Kamele werden mehr. Immer wieder faszinieren uns diese Tiere. Die ganze Physiologie, jedes Glied, jeder Muskel ist auf Funktionalität ausgelegt. Die Anpassung an Wüsten, Trockenheit mit all ihren Facetten lässt sie überleben und so haben diese Tiere für die Menschen und ihre Wüsten einen hohen Stellenwert.

Unsere Lieblingswadis: Wadi Shuwaimiyyah und Wadi Darbat. Sie wirken mystisch, geheimnisvoll und erinnern an das östliche Afrika. Während das eine nur selten von Touristen besucht wird, ist das Wadi Darbat ein Touristen-Hotspot. Erst gegen Abend wird es einsamer. Wir sind alleine mit den Tieren und ihren Geräuschen. Eine Welt, in der wir uns wohl fühlen. Am nächsten Tag fahren wir die Küstenstraße nach Süden. Corinne entdeckt spielende Delphine nicht weit vom Strand. Ich stoppe sofort, hole meine Schnorchelsachen und kann mich bis auf wenige Meter diesen Säugetieren annähern. Ein unvergessliches Erlebnis.

 

Paola und Toni

Paola und Toni aus München in Deutschland, unterwegs mit ihrem Wohnmobil auf der Arabischen Halbinsel. Kennengelernt haben wir uns im Januar 2026 in Muscat im Norden von Oman und wieder getroffen im Februar 2026 am Coconut Beach in Salalah im Süden von Oman

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