Marokko 2025 | Teil 2 – Offroad-Fahrt durch die Wüste mit Felsplateaus, steilen Schluchten, Palmenoasen, Sanddünen, einer magischen Lost City und einem Meteoritenkrater

von Corinne Klett | 26. März 2025 | Afrika, Marokko

Reise nach Marokko 2025 | Teil 2

Von Boudnib nach Merzouga (offroad ca.185 km) und von Merzouga nach Zagora (meist offroad ca. 300 km) entlang der algerischen Grenze

 

Der hintere Unterfahrschutz wird hochgeklappt, Luft wird abgelassen und die Sandschaufeln bereitgelegt. Die Wüste fordert ihren Tribut. Anpassen ist angesagt. Es geht über Stock und Stein. Tiefe Furten lassen die Fahrzeuge trotz eingebautem Böschungswinkel aufsetzen. Weichsand, Dünenfelder, Luft rein, Luft raus. Was tun wir uns hier eigentlich an? Der Lohn sind einmalige Übernachtungsplätze. Karli und der Capitano sind gefordert.

Am nächsten Tag Training in den Dünen. Vieles wiederholt sich, nur die Bedingungen sind immer unterschiedlich. Der Erfahrungsschatz wächst ins Unermessliche. Die Anstrengung ist immens.

Wir fahren nach Süden immer entlang der algerischen Grenze in Sichtweite der Grenzposten. Die Zeit drängt. Hier dürfen wir nicht übernachten. Bei Dunkelheit würde uns hier knapp an der Grenze das Militär verjagen. Eine Oase ist unser Ziel, die wir in der Dämmerung erreichen.

 

Die Zivilisation ruft. Zagora, ein kleiner Ort mit ansprechendem Charme, liegt über 300 km voraus. Doch zuerst müssen wir bei Merzouga die Erg Znaigui Dünen überwinden. „Karli“ kommt an seine Grenzen. Wir stecken fest und die Sandboards kommen zur Geltung. Ohne diese wäre kein Weiterkommen möglich. Wir folgen unserem Guide. Von der ursprünglichen Piste ist nichts mehr zu sehen. Wir sind irgendwo im Nirgendwo. Brigitte hat sich vernavigiert. Wir stehen inmitten von Sträuchern und Dünen. Menschen sehen wir keine mehr, dafür aber Kamele, die uns staunend beobachten.

Wie wir hier wieder herauskommen, bleibt zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Es folgen strapaziöse Stunden. Steckenbleiben, Sandboards abschrauben, Sandschaufeln und was so alles dazu gehört. Es wird dunkel und ein Übernachten in der Wildnis ist unvermeidbar.

Der nächste Tag zeigt uns sein Gesicht. Wir folgen einer Schlucht, erklimmen einen Berg zu Fuss und haben eine traumhafte Aussicht auf das Ma’der-Tal. Ist dies die Entlohnung der vergangenen Stunden? Höhen und Tiefen geben sich die Hand bei solchen Reisen.

 

Endlich erreichen wir Zagora. Der erste Weg führt uns in die Werkstatt zu Abdul. Die Fahrzeuge werden überprüft, repariert und für die Weiterfahrt flott gemacht.