Vashlovani-Nationalpark
Zunächst mal ist eine Beratung bei der Information in Dedoplitskaro notwendig. Danach folgt ein Permit. Damit fährt man zur Polizeidienststelle, die nach langer Durchsicht verschiedenster Dokumente und Formulare den Zutritt zum Park genehmigt. Zeitdauer ca. 3 Stunden.
Getrennt fahren wir zu der Zufahrtsoberschotterpiste. Übersät mit Schlaglöchern sind wir nach 1 1/2 Stunden weichgerüttelt. Strecke ca. 5 km. Allrad ist vorgeschrieben, wir fahren aus Sicherheitsgründen die meiste Zeit im Konvoi. Der erste Tag endet mit einem Übernachtungsplatz in grandioser Natur. Nachts träume ich von großen und kleinen Steinen, spitze, runde, scharfe, stumpfe. Vom eventuellen Radwechsel, Schlammlöchern, Bergeaktionen und was es sonst noch so alles gibt. Ist das jetzt gut oder schlecht?
Am nächsten Tag wollen wir zu einer Destination nur für „advanced driver“. Unruhe macht sich breit. Ausbüchsen gilt nicht. Nach einer Stunde Fahrzeit geht es nicht mehr weiter. Vor einem ausgetrocknetem Flussbett bleibt die Kolonne stehen. Steine, Äste, Furte versperren den Weg. Wenden unmöglich. Astschere, Pickel, Schaufeln, Handschuhe und ein guter Wille werden mobilisiert. Es folgt „hard work“, und das macht man alles freiwillig! Nach 2 Stunden Arbeit stehen wir alle fünf in einem Flussbett. Und dann geht es erst richtig los über Stock und Stein. Nach weiteren 2 Stunden haben wir eine kleine Anhöhe erreicht, stellen die Fahrzeuge ab und fallen erschöpft ins Bett. Am nächsten Tag geht es weiter. Raus aus dem Flussbett, die Pfade hoch bis zu wahnsinnig schönen Aussichtspunkten. Kneif mich mal, ob das alles so wahr ist, was wir hier sehen. Dann wieder ein Stopp. Wad denn nu. Ein großes Schlammloch, sieht doch gar nicht so schlimm aus. Nein, da blubbert doch etwas. Kein Problem. Der Capitano holt die Gummistiefel, greift in die Pfütze und rettet eine Wasserschildkröte vor den LKW`s. Ein schönes Gefühl! Es folgen noch viele Schlammlöcher in den Senken von dem vorhergehenden Regen. Karli kommt an seine Grenzen. Manchmal bleibe ich stecken, kann glücklicherweise zurücksetzen und weiter geht es. Bloß nicht stecken bleiben! Karli und ich geben alles. Untersetzung, Differentialsperren, Mitte, hinten, vorne. Das volle Programm wird benötigt. Mit Front- oder Heckantrieb gäbe es kein Weiterkommen. Nach knapp vier Tagen verlassen wir dieses wunderschöne Paradies.