Arabische Halbinsel 2025-2026 | Teil 8 – Oman – Hajar-Gebirge – über Berge und durch Wadis

von | 25. Februar 2026 | Asien, Oman

Reise auf die Arabische Halbinsel 2026 | Teil 8 – Oman – Fahrt durch die Berge und Wadis

Von Muscat zum Wadi Hoqain und dem „5 elements village“ zum Little Snake Canyon und Snake Canyon und ins Dorf Bald Sait – Fahrt zurück über das Wadi Sahtan und weiter nach Rustaq

Wir sind angekommen im „großen Oman“. Schwerpunkt soll die nächsten Tage das „Hajar Gebirge“ werden. Ein über 3.000 m hohes Gebirge mit wahnsinnigen Canyons und Schluchten und den vielversprechenden Wadis. Von anderen Reisenden haben wir erfahren, wie steil und nicht ganz einfach die Pisten zu befahren sind. Noch steckt uns das Erlebnis der abgebrochenen Pistenfahrt in Musandam in den Knochen. Doch wir haben dazu gelernt, wie so oft auf dieser Reise. Wer nichts wagt, der nichts gewinnt, so unser Motto.

Das Wadi Hoqain ist unser erstes Wadi, das wir besuchen, dann folgt  der „Little Snake Canyon“ und dann sollte die Piste über den großen „Snake Canyon“ über das Dorf Bald Sait (auch Bilad Sayt genannt) hoch zum über 2.000 m hohen Berg Jabal Hat kommen. Wir beherzigen einige fahrtechnische Besonderheiten und Karli bringt uns treu und sicher an unsere Ziele. Berge mit Steigungen und Gefälle mit teilweise über 30% erfordert hochkonzentriertes Fahren. Erst in der Ortschaft Bald Sait oberhalb vom „Snake Canyon“ werden wir von den Einheimischen eingebremst. „Don’t do it. It’s too dangerous with such a big car.“ Es ist wohl eine sehr enge und sehr, sehr steile Piste, knapp 10 km lang mit einem Höhenanstieg von 1.300 m. Leider müssten wir diese auch noch hoch fahren. Letzendlich hören wir auf die Einheimischen und brechen an dieser Stelle die Durchquerung des Gebirges über den 2.050 m hohen Berg Jabal Hat ab. In einigen Wochen wollen wir das Hajar-Gebirge von Süden aus erkunden, wenn wir von Salalah nach Norden fahren. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

 

Von Rustaq aus über Sumayyah aufs Salmah Plateau und wieder runter zum Wadi Arbeieen

Vom Landesinneren und den Ausläufern des Hajar-Gebirges wollen wir über das „Salmah Plateau“ zur Küste am indischen Ozean. Wir fahren eine magisch anziehende Piste und treffen an einem Tag auf lediglich zwei Menschen. Oft fragen wir uns, wie und von was die Einheimischen hier in dieser gottverlassenen Gegend leben. Und dennoch machen sie einen zufriedenen und ausgeglichenen Eindruck. Wir kommen häufig ins Nachdenken. Die Piste ist wahnsinnig schön und naturbelassen. An einem tollen Aussichtspunkt suchen wir unseren Übernachtungsplatz. Weit über hundert Kilometer können wir an einer steil abfallenden Felswand bis zum ersehnten Meer sehen. Doch dann wird der Wind stärker und stärker. Karli steht an der Kante und unter uns fällt die Wand 200 m steil ab. Das Fahrzeug wackelt und ist unruhig wie nie zuvor. Zwischenzeitlich ist es dunkel. Ich begebe mich in dem Sturm nach außen, um alles zu überprüfen und einen Alternativplatz ausfindig zu machen. Ich kann kaum gegen den Wind angehen. Einen anderen Platz anzufahren bei Dunkelheit – zu gefährlich. Es vergehen bange Stunden und wir reden fast kein Wort. Wir fühlen uns in einer beklemmenden Situation. An Schlaf ist nicht zu denken. Erst am frühen Morgen lässt der Wind etwas nach und mit dem ersten Tageslicht verlassen wir unseren Nachtplatz und fahren eine steile Piste ins Tal.

Am Talboden des Wadi Arbeieen kommen wir zur Ruhe und können erst mal wieder durchschnaufen. Wären da nicht mindestens 15 SUV`s beladen mit Touristen. Und dazu auch noch mit Deutschen, die direkt von „Mein Schiff“ kommen zu einem Ausflug hierher. Wir sind es gar nicht mehr gewohnt mit so vielen Deutschen zu reden, und wir spüren, daß diese Art ein Land zu bereisen so gar nicht unser Ding ist. Wir lieben das Abenteuer und die Mischung von Einsamkeit, Wildnis und den landeseigenen Menschen mit ihrer für uns fremdartigen Kultur. Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht von den Omanis angesprochen und oft auch eingeladen werden.

Doch da gibt es eine Ausnahme. Da steht doch zwischen den Deutschen ein Girl wie aus dem Nichts. Mit Fahrradhelm und Sportklamotten bekeidet spüren wir, daß sie nicht zu diesen Touristen gehört. Und wie der Zufall es will. sie kommt aus Speyer, meiner Heimatstadt und kennt sogar meine Schwester. 10.000 km entfernt im fernen Oman. Welch ein Zufall. Wir verbringen nette Stunden mit Ursel aus Speyer. Sie hat sich für 18 Monate eine Auszeit genommen, ist am 1. Mai 2025 von zu Hause gestartet und bereist mit ihrem Fahrrad verschiedenste Länder. In Speyer wollen wir uns im nächsten Jahr dann mal treffen.

 

Übers Sinkhole ans Meer mit nächtlicher Abholaktion von Ursel und weiter zum Wadi Shab und Wadi Tiwi

Und dann gibt es auch noch diese „Sinkholes„. Ein Gebiet wird von Wasser unterhöhlt und und die „Decke“ bricht in sich zusammen. Durch Regen und Flusszuläufe füllen sich diese „Holes“ mit Wasser. Ein geologisches Phänomen, das sich über Millionen von Jahren ausbildet.

Ebenso interessant sind die Wadis. Das sind Schluchten und Canyons, an deren Talboden sich oft ein Flussbett entlangschlängelt. Diese Wadis können schmal oder kilometerbreit und lang sein. Je nach Dauer und Intensität der Regenfälle bilden sich Wasserfälle und Wassergumpen, die zum Baden einladen. Ausgehend vom riesigen Hadschar-Gebirge verlaufen diese meistens in West-Ost-Richtung zum Meer hin.

Als wir am Fins Beach an einer Klippe am Meer stehen, meldet sich Ursel. Sie ist nur noch 20 km von uns entfernt und will uns besuchen. Nach einer Stunde ist sie in Sichtweite. Dummerweise trennt uns ein Canyon. Mittlerweile dämmert es, Ursel ist etwas genervt und entkräftet. Wir verlassen ganz schnell unseren Standplatz und vereinbaren einen Treffpunkt zu Beginn einer Piste. Als wir sie treffen, ist es stockdunkel. Ihr Gepäck kommt in Karli und im Licht unserer Pistenbeleuchtung von Karli radelt Ursel mit uns als Begleitschutz zu unserem Übernachtungsplatz. Ende gut – alles gut.

 

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